Mein persönlicher Hintergrund

Meine Kindheit

In meiner Kindheit durfte ich (Andreas) viele innere Zustände (Wut, Trauer, Angst, Begeisterung, Ausgelassenheit … samt körperlicher Begleiterscheinungen) nicht vollständig ausdrücken, weil meine direkten Bezugspersonen (insb. meine Eltern, aber auch Erzieher) damit überfordert waren und deshalb (direkt oder indirekt) auf mich eingewirkt haben, damit ich möglichst bald und endgültig mein natürliches authentisches Mitteilen meiner inneren Zustände unterlasse.

Da ich als Kind von meinen Bezugspersonen (Eltern, Geschwister, Lehrern) noch sehr abhängig war (finanziell & rechtlich) und meine Bezugspersonen weder wechseln noch zu einer authentischen Kommunikation bringen konnte – Erwachsene dürfen sich massiv von Kindern abgrenzen, aber nicht umgekehrt – versuchte ich zunächst durch Trotz dagegen zu rebellieren oder mich durch Rückzug zu distanzieren. Bald schon merkte ich, dass beides mir nicht half (ich musste z.B. weiterhin in die Schule gehen und die Erwachsenen ließen sich von mir nichts sagen). Bald schon resignierte ich und meine Autonomes Nervensystem schaltet eine Stufe weiter in die „Gefühlsblockade“. Von nun an, war ich entweder ganz im Außen, schnitt mich von meinem Innenleben ab, um mich möglichst angepasst zu verhalten und damit das Risiko einer Ablehnung zu minimieren. Oder ich zog mich in mein Zimmer zurück; dort spürte ich zwar wieder meine Gefühle, doch gleichzeitig erlebt ich mich als allein und unverbunden, was äußerst unangenehm war. Ich lernte, dass Authentisch-Sein gefährlich ist und diese Erfahrungen wurden körperlich abgespeichert und bald generalisierend auf alle Situationen übertragen.

Die Schuldfrage hilft hier nicht weiter

Vielleicht ist diese Darstellung etwas überspitzt auf den Punkt gebracht. Meine Kindheit war nicht nur schrecklich und gefühllos. Es geht mir auch auf keinen Fall um die Schuldfrage, denn meine Eltern konnten nicht anders, weil auch sie widerum Eltern / Lehrer hatten, die nicht anders konnten. Dabei spielt das gesellschaftliches Kriegstrauma durch die beiden Weltkriege bestimmt auch eine entscheidende Rolle. Dies ist andererseits auch keine Entschuldigung meiner Bezugspersonen. Vielmehr will ich anerkennen, wie es war (ohne Beschönigung, aber auch ohne Schuldzuweisung), um heute anders mit meinen Emotionen und Körperzuständen umgehen zu können.

Was dies für mich heute als Erwachsener bedeutet

Heute als Erwachsener, wo ich wesentlich mehr Möglichkeiten habe (freie Bezugspersonenwahl, finanzielle Unabhängigkeit, Metakommunikation …) stuft meine Autonomes Nervensystem dennoch die meisten Begegnung automatisch als gefährlich ein. Damit rutsche ich wieder in den Zustand der inneren Blockade und alle Möglichkeiten, die ich mir z.T. wort-wörtlich vorher kognitiv überlegt habe, sind dann in der Akut-Situation für mich unerreichbar. Ich bleibe in Gesprächen, wo ich lieber gehen will und mache nur selten meine Grenzen deutlich.

Mein Weg der Veränderung

In dieser Selbsthilfegruppe will ich erlernen, meine innerlichen Zustände ehrlich mitzuteilen. Zumindest in meinen engen Beziehungen, wie meiner Partnerschaft, wird dies auf Dauer mir ermöglichen, in Beziehungskonflikten mich ebenso mitzuteilen und damit weder in Angriff, Flucht oder Erstarrung zu verfallen.

Außerdem hoffe ich, dass mein Autonomes Nervensystem mehr und mehr entspannte Erfahrungen speichert, so dass ich auch in Alltagssituationen gelassener reagieren kann. Alles tiefer Sitzende – so meine Idee – werde ich in einer Körper-Traumatherapie entladen und aktualisieren.

FAZIT

Nachdem ich dieses Konzept in eigener und fremden Lokalen Gruppen mehrere Monate lang gelebt habe, komme ich für mich zum Schluss, dass andere Konzepte für mich hilfreicher sind. Deshalb praktiziere ich diese Methode nur in sofern, dass ich mich gelegentlich des Ehrlich Mitteilens bediene. (Stand: Dez. 2019)
Die erhoffte Aktualisierung meines Systems und die spürbare Erleichterung erlebe ich viel mehr durch die authentische und annehmend-freilassene Begegnung im Einfühlsamen Zuhörkreis, die emotionale Entladung im Fühlprozess sowie durch die Änderung meiner gewohnten Gedanken mittels unserer Meditationspraxis und der Entwicklung eines liebevollen / verbundenen Inneren Erwachsenen (vgl. Aussöhnung mit dem inneren Kind).

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