Welche Form der Kommunikation ich mir wünsche

Ich sehne mich so sehr nach anderen Menschen und gleichzeitig habe ich große Angst davor.

Wieso ich Angst vor Menschen habe?

Wenn ich im Sommer mit Jacke rumlaufe, ernte ich ein Lächeln oder eine Bemerkung. Eigentlich nicht schlimm.
Doch ich denke sofort: „Ich bin komisch, falsch. Keiner mag mich.“
Wenn ich dann von meiner Verletzlichkeit erzähle, erhalte ich Reaktionen wie „War doch nicht so gemeint.“, „Sei doch nicht so empfindlich.“…

Im lebendigen Miteinander kann ich es nie ganz vermeiden, mal einen wunden Punkt beim anderen zu treffen. Entscheidend für mich ist, wie wir dann damit umgehen:

Ich wünsche mir einen Raum, wo jeder sich unverstellt zeigen darf und wir alle versuchen, den anderen vorurteilsfrei ganz sein zu lassen. Und wenn mich Dein gegenwärtiges So-Sein mal stört (und ich mich auch auf der Gefühls- und Bedürfnisebene nicht mit Dir verbinden kann), dann wünsche ich mir, dass wir so lange verletzlich von uns selbst sprechen, bis wieder Verbindung entstanden ist. (Dabei müssen wir nicht unbedingt auch schon eine Lösung für unseren Bedürfniskonflikt gefunden haben.)

Außerdem erkenne ich in dieser Form des Beisammenseins, dass ich nicht alleine bin mit meinen Beschränktheiten und wunden Punkten, auch wenn wir selten genau dieselben haben.

Mich frei zeigen zu können und vom unbeschönigten persönlichen Innenleben der anderen zu hören, beides hilft mir zu lernen, mich in meiner Beschränktheit und Andersartigkeit anzunehmen.

Für dieses andere Miteinander habe ich die Lebwendig-Initiative gegründet und den Einfühlsamen Zuhörkreis sowie den Fühlraum ins Leben gerufen. Aus demselben Grund wirke ich bei Visiana mit, um noch mehr Menschen von meinem Traum dieses anderen Miteinanders zu begeistern.

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